Bereit zu starten?
Jedes Projekt beginnt mit einem Gespräch.
Wettbewerb
STANDORT: St. Peter/Au
ART: Neubau - Lebendig, Neubau, Öffentlicher AG
FOTOS: © w30
TEXT: © w30
Städtebauliche Lösung, Dialog mit Bestand und Umgebung
Die historisch gewachsene Marktgemeinde St. Peter in der Au ist geprägt von kleinteiligen Strukturen, traditioneller Bebauung und einem von Grünräumen bestimmten Ortsbild. Am Ende des Marktplatzes tritt die bestehende Schulanlage als prägnanter Baukörper in Erscheinung. Anstatt diesen durch einen weiteren Anbau zu betonen, greift der Entwurf bewusst die ortstypische Kleinteiligkeit auf. Zwei kompakte, maßstäblich abgestimmte Baukörper bilden das Rückgrat des neuen Bildungs- und Kulturcampus. Ihre Positionierung an den Bauplatzrändern schafft gemeinsam mit Neuer Mittelschule, Polytechnischer Schule, Turnsaal und Carl-Zeller-Halle einen klar gefassten Bereich. Im Zentrum entsteht ein neuer Platz – ein Lichtgarten - als gemeinsamer Aufenthalts- und Begegnungsraum. Dieser ist von allen Seiten zugänglich und verbindendes Element zwischen bestehenden und neuen Bildungsbauten. So entsteht ein Ensemble mit Campuscharakter, das einen öffentlichen Raum mit hoher Aufenthaltsqualität und identitätsstiftender Wirkung für den gesamten Ort bildet und zugleich die Verbindung zwischen historischem Marktplatz und Graf-Segur-Platz herstellt.
Architektonischer Ansatz
Die Architektur ist bewusst klar, funktional und zurückhaltend gestaltet. Die kompakten Baukörper orientieren sich in Maßstab, Gliederung und Materialwahl an der umliegenden Bebauung. Übergänge zwischen Innen- und Außenraum schaffen direkte Bezüge zur Natur, während zentrale Nutzungen wie die Bibliothek an markanter Stelle bewusst zum Marktplatz hin geöffnet sind.
Offene Grundrisse und flexible Raumstrukturen ermöglichen vielfältige Nutzungsszenarien über den gesamten Tag und fördern die Belebung der Häuser. Große Verglasungen, flexible Öffnungen im Erdgeschoss und warme, nachhaltige Materialien prägen Fassaden und Innenräume. Die Architektur unterstützt damit eine offene, einladende Atmosphäre, die Bildung, Kultur und Begegnung miteinander verbindet.
Funktionale Lösung / Erschließung
Zwischen den beiden Neubauten entsteht ein offener, einladender Zugang, der über eine großzügige Treppe, die auch als Tribüne nutzbar ist, auf einen tiefergelegten Platz (Niveau UG) – den sogenannten Lichtgarten - führt. Dort befindet sich der neue Haupteingang für die Schüler, der direkt zu den Garderoben führt und gleichzeitig die Gebäude miteinander verbindet. Durch die Terrassierung entsteht ein lichtdurchfluteter Bereich mit vorgelagerter Terrasse, der flexible Nutzungsmöglichkeiten bietet, z. B. für Nachmittagsbetreuung, Freiraumklasse, als Galeriefläche, Workshopzone oder später eventuell als attraktiver Mensaraum mit vorgelagertem Gastgarten. Die Verlagerung der Erschließung ins Untergeschoss hält das Erdgeschoss frei, schafft offene, großzügige Raumsequenzen und ungestörte Sichtachsen. Der Lichtgarten bildet das Herz des Ensembles – ist Treffpunkt, Bühne und Aufenthaltsbereich zugleich – und verknüpft die Gebäude zu einem lebendigen Bildungs- und Kulturraum.
Wirtschaftlichkeit in Errichtung, Betrieb und Erhaltung
Zwei freistehende, nahezu baugleiche Baukörper ermöglichen hohe Wirtschaftlichkeit in Planung, Errichtung und Betrieb. Die kompakte Kubatur erlaubt Vorfertigung – beispielsweise in modularer oder Holzelementbauweise, verkürzt Bauzeiten, reduziert Kosten und sichert präzise Umsetzung. Identische Baukörper ermöglichen die Standardisierung von Bauteilen, Haustechnik und Ausstattung, wodurch Synergien in Planung, Bau und Wartung entstehen.
Die überwiegend unterirdische Erschließung reduziert das oberirdische Bauvolumen. Gezielte Öffnungen, baulicher Sonnenschutz, ökologische Baustoffe sowie die energetische Optimierung der Gebäudehülle gewährleisten niedrigen Energieverbrauch. Die Dachflächen sind für Photovoltaik denkbar; weitere Module können auf Bestandsgebäuden installiert werden.
Klare Zonierung und effiziente Erschließung ermöglichen ressourcenschonende Betriebsabläufe, flexible Nutzungen und spätere Erweiterungen, sodass der Campus über seinen gesamten Lebenszyklus nachhaltig funktioniert.
Innenraum und Freiraumgestaltung
Die Erdgeschossbereiche der Bibliothek sind flexibel nutzbar – für klassischen Betrieb, Lesungen, Workshops oder Filmabende – und öffnen sich großzügig zum Garten. Im Obergeschoss liegen Kinder- und Lesebereiche sowie Räume der Musikschule, die sowohl Rückzugs- als auch Arbeitsbereiche für kleine Gruppen bieten. Die offene Tribünentreppe verbindet die Ebenen und schafft Aufenthaltsqualität und Vernetzung zwischen den Bereichen. Im zweiten Gebäude sind der Musikverein und Musikschule untergebracht. Das Erdgeschoss umfasst einen großen Proberaum sowie notwendige Nebenräume. Im Obergeschoss befindet sich ein Aufenthaltsraum mit überdachtem Freibereich. Die Versorgung erfolgt über den Nebeneingang zum Vogelhändlerplatz, der zugleich Zugang zu Lagerflächen im Untergeschoss und zum halböffentlichen WC ist. Der Außenraum ist integraler Bestandteil des Campus. Fließende Übergänge zwischen Innen- und Außenbereichen, ein zentraler, flexibel nutzbarer Platz für Schulfeste, Konzerte, Märkte oder tägliche Begegnungen sowie multifunktionale Freiflächen mit Sitzstufen, Spielinseln und begrünten Terrassen schaffen Rückzugsorte, Bewegungsräume und beleben den Campus.