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Schutzzone II
Barrierefreimachung
STANDORT: St. Pölten
W30 SERVICE: Planung | Umsetzung
FERTIGSTELLUNG: 2026
ART: Im Bestand - Arbeiten, Bestand, Herzensprojekt, Lebendig, Öffentlicher AG
FOTOS: © Kurt Hörbst
TEXT: © w30
Die denkmalwürdige, in der Schutzzonenkategorie II befindliche Jugendstilvilla wurde für eine zeitgemäße Nutzung eines Ärztehauses statisch und bauphysikalisch ertüchtigt. Dabei lag ein großes Augenmerk auf einer nachhaltigen Bestandssanierung unter der Berücksichtigung der vorhandenen, besonderen Bausubstanz.
Ziel war es somit, die historische Struktur weitestgehend zu erhalten und gleichzeitig an zeitgemäße Nutzungs- und Energiestandards anzupassen.
Im Untergeschoss erfolgte eine substanzschonende, händische Unterfangung der bestehenden Außenwände. Der historische Fußbodenaufbau im Untergeschoss wurde rückgebaut und durch eine neue, wärmegedämmte Konstruktion ersetzt. Die Tramdecken über Erd- und Obergeschoss wurden behutsam verstärkt und schalltechnisch ertüchtigt. Partielle Öffnungen dieser, ermöglichten die Integration einer barrierefreien vertikalen Erschließung in Form eines Aufzugs, ohne die räumliche Charakteristik zu beeinträchtigen oder das äußere Erscheinungsbild zu verändern.
Der Dachstuhl wurde unter Erhalt der historischen Geometrie mit punktuell eingesetzten Stahlträgern statisch ertüchtigt, und energetisch verbessert. Zur besseren Nutzbarkeit des Dachraums wurden zwei Gauben in Abstimmung mit dem Gestaltungsbeirat-Schutzzone in die bestehende Dachlandschaft eingefügt.
Die thermische Sanierung folgt einem nachhaltigen Ansatz. Neben der Dämmung des Dachbereichs wurde eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe als zentrales, ressourcenschonendes Heizsystem integriert. Die historischen Fenster wurden unter Wahrung ihres historischen Erscheinungsbildes restauriert.
Weiters dazu umfassten die Baumaßnahmen die sorgfältige Instandsetzung der Putzfassade, sowie die Restaurierung der Einfriedung und eine Neueindeckung des Daches unter Verwendung geeigneter Materialien im Sinne des Bestandes. Die für die Nutzung erforderliche, barrierefreie Erschließung wurde sensibel in das bestehende Gefüge integriert.
Im Zuge der Umnutzung zum Ordinationshaus wurden auf dem Grundstück ergänzende, funktional notwendige Eingriffe vorgenommen.
Als Ergebnis ist ein im Einklang mit der Schutzzone generalsaniertes Gebäude, mit Ordinationen über alle 4 Geschosse im Zentrum von St. Pölten entstanden.